Fast 40 Prozent aller Krebsfälle sind vermeidbar – diese Risikofaktoren solltest du kennen
Ist Krebs wirklich einfach nur Pech?
Diese Frage begegnet mir in meiner Beratung immer wieder. Und sie ist absolut verständlich. Eine Krebsdiagnose fühlt sich oft an wie ein Kontrollverlust.
Doch aktuelle epidemiologische Berechnungen zeigen etwas, das Hoffnung macht und gleichzeitig Verantwortung mit sich bringt:
Fast 40 Prozent aller weltweiten Krebsfälle stehen statistisch im Zusammenhang mit vermeidbaren Risikofaktoren.
Darüber berichtet das Deutsche Ärzteblatt unter Bezug auf populationsbezogene Modellrechnungen. Diese Berechnungen untersuchen, welcher Anteil aller Krebsneuerkrankungen auf bestimmte beeinflussbare Risikofaktoren zurückzuführen ist.
Und genau hier wird es spannend.
👨👩👧👦Wie viele Krebsfälle wären in Deutschland vermeidbar?
In Deutschland werden im Jahr ca. 500.000-520.000 Krebsneuerkrankungen diagnostiziert. Diese Zahlen stammen aus den epidemiologischen Erhebungen der Krebsregister und des Robert Koch-Instituts.
Wenn fast 40 Prozent davon statistisch mit vermeidbaren Risikofaktoren zusammenhängen, bedeutet das rechnerisch:
Etwa 200.000 Krebsneuerkrankungen pro Jahr stehen in Zusammenhang mit beeinflussbaren Faktoren.
Mir ist wichtig, das sauber einzuordnen, denn „vermeidbar“ bedeutet hier nicht, dass diese Erkrankungen mit Sicherheit verhindert worden wären. Es bedeutet, dass sie statistisch nicht aufgetreten wären, wenn bestimmte Risikofaktoren in der Bevölkerung nicht vorhanden gewesen wären.
Es geht also um Wahrscheinlichkeiten. Aber diese Größenordnung zeigt, wie relevant Prävention wirklich ist. Mich hatte diese große Zahl selbst überrascht.
🚬Welche Risikofaktoren machen den größten Anteil aus?
Die Berechnungen, auf die sich das Deutsche Ärzteblatt bezieht, benennen vor allem drei zentrale Faktoren:
- Rauchen
- Alkoholkonsum
- Bestimmte Infektionen
Diese drei Faktoren machen den größten Anteil der statistisch vermeidbaren Krebsneuerkrankungen aus. Und sie sind in Deutschland gut beeinflussbar.
Wie groß ist der Anteil an Krebsfällen beim Rauchen?

Rauchen ist der stärkste vermeidbare Risikofaktor.
Epidemiologische Auswertungen zeigen, dass etwa 15 bis 20 Prozent aller Krebsneuerkrankungen auf Tabakkonsum zurückzuführen sind. Bei Männern liegt dieser Anteil höher als bei Frauen.
Wenn wir das auf Deutschland übertragen, sprechen wir von zehntausenden Krebsfällen pro Jahr, die mit Rauchen in Zusammenhang stehen.
Betroffen sind unter anderem:
- Lungenkrebs
- Tumoren im Mund- und Rachenraum
- Speiseröhrenkrebs
- Bauchspeicheldrüsenkrebs
- Harnblasenkrebs
Was ich in der Beratung immer wieder betone:
Das Risiko kann sich wieder reduzieren. Nach einem Rauchstopp beginnt der Körper sofort mit Regenerationsprozessen. Das Risiko für Folgeerkrankungen und Zweittumoren sinkt messbar.
Gerade in der Krebsnachsorge ist das ein enorm wichtiger Punkt.
🍷Erhöht Alkohol wirklich das Krebsrisiko – auch in moderaten Mengen?
Ja, das tut er leider.
Alkohol ist ein gesicherter Risikofaktor für mehrere Krebsarten. Epidemiologische Berechnungen gehen davon aus, dass etwa 20.000- 25.000 aller Krebsneuerkrankungen auf Alkoholkonsum zurückzuführen sind (je nach Jahr schwankt die Anzahl).
Besonders relevant ist Alkohol bei:
- Brustkrebs
- Speiseröhrenkrebs
- Leberkrebs
- Krebs im Mund- und Rachenraum
Beim Abbau von Alkohol entsteht Acetaldehyd, eine Substanz mit karzinogenem Potenzial. Zusätzlich beeinflusst Alkohol hormonelle Prozesse und fördert oxidativen Stress. Zusammen mit dem Rauchen verstärkt sich die toxische Wirkung zusätzlich.
Daher ergeben Alkohol und Rauchen zusammen ein „toxisches Duo“.
Was mir als Ernährungsexpertin wichtig ist:
Es geht nicht um Verbote. Es geht um informierte Entscheidungen.
Viele Menschen unterschätzen den Einfluss von Alkohol, weil er gesellschaftlich normalisiert ist. Aber aus onkologischer Sicht gilt: Das Risiko steigt mit der konsumierten Menge. Heute wissen wir, eine risikofreie Untergrenze gibt es nicht.
Gerade nach einer Krebsdiagnose lohnt sich eine ehrliche Neubewertung.
Ich selbst trinke ab und zu Alkohol. Aber die Gelegenheit sind selten und das klassische „Glas Wein zum Essen“ gibt es bei mir schon lange nicht mehr.
😷Welche Rolle spielen Infektionen bei der Krebsentstehung?

Ein weiterer Anteil vermeidbarer Krebsfälle steht im Zusammenhang mit bestimmten Infektionen.
Dazu zählen beispielsweise:
- Humane Papillomviren
- Chronische Hepatitisinfektionen
- Helicobacter pylori (ein Bakterium, das in der Magenschleimhaut lebt und zu Magenkrebs führen kann)
Einige dieser Infektionen lassen sich durch Impfungen verhindern oder durch frühzeitige Therapie kontrollieren.
Auch hier zeigt sich:
Prävention ist möglich und wirkungsvoll.
🎗️Warum diese Zahlen gerade nach einer Krebsdiagnose wichtig sind
Viele meiner Klientinnen und Klienten sagen mir:
„Ich möchte wissen, wie ich mein Krebsrisiko selbst beeinflussen kann.“
Und genau hier geben uns Zahlen Orientierung.
Wenn wir wissen, dass in Deutschland jedes Jahr rund 200.000 Krebsfälle statistisch mit vermeidbaren Risikofaktoren zusammenhängen, dann sprechen wir nicht über Kleinigkeiten.
Wir sprechen über reale, relevante Einflussmöglichkeiten.
Natürlich können wir nicht alles kontrollieren.
Genetische Faktoren, Zufälle, Umweltbelastungen.. All das spielt ebenfalls eine Rolle.
Aber wir können Wahrscheinlichkeiten beeinflussen.
Und genau hier setze ich in meiner Arbeit an.
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🥑Meine Haltung als Ernährungsexpertin
Für mich ist Prävention kein erhobener Zeigefinger.
Sie ist ein Angebot zur Stärkung der eigenen Handlungsmöglichkeiten.
Ernährung, Gewichtsstabilisierung, Alkoholreduktion, Rauchfreiheit und eine entzündungsmodulierende Lebensweise sind keine Lifestyle-Themen.
Sie sind mittlerweile evidenzbasierte Stellschrauben in der Krebsnachsorge.
Nicht absolut kontrollierbar. Aber messbar relevant.
Und genau deshalb arbeite ich strukturiert, wissenschaftlich fundiert und auf die Lebenssituation meiner Kunden, angepasst.
🧾 Kurz & Knapp – Das Wichtigste auf einen Blick
- In Deutschland gibt es rund 500.000 Krebsneuerkrankungen pro Jahr
- Etwa 40 Prozent stehen statistisch mit vermeidbaren Risikofaktoren in Zusammenhang
- Das entspricht rund 200.000 Fällen jährlich
- 15 bis 20 Prozent aller Krebsfälle sind auf Rauchen zurückzuführen
- 4 bis 6 Prozent stehen im Zusammenhang mit Alkoholkonsum
- „Vermeidbar“ bedeutet statistische Risikoreduktion
- Prävention ist auch nach einer Krebsdiagnose sinnvoll
Dein nächster Schritt
Wenn du nach einer Krebsdiagnose wissen möchtest, welche Lebensstilfaktoren für dich persönlich wirklich relevant sind, begleite ich dich gerne.
In meiner Beratung geht es nicht um Verbote, sondern um Klarheit, Strategien und umsetzbare Schritte.
Wenn du mehr wissen möchtest, melde dich zu meinem Newsletter an oder informiere dich über mein individuelles Beratungsangebot auf meiner Website.
Quellen:
Robert Koch-Institut – Krebs in Deutschland (epidemiologische Daten)
Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Hinweis: Das Titelbild wurde mit KI erstellt




